Etwa um 1952 wurde mit der systematischen und wissenschaftlichen Erforschung der Schlüssellochhöhe durch Mitglieder des späteren "Vereins für Höhlenkunde in München" begonnen. Die Höhle war schon vorher bekannt und gelegentlich von einheimischen Bergsteigern besucht worden.
Das Jahresheft für Karst- und Höhlenkunde 1962 mit dem Titel - "Das Laubensteingebiet im Chiemgau / seine Landschaft, seine Höhlen und Karsterscheinungen" - beinhaltet eine ausführliche Dokumentation dieses Gebietes. Die nachfolgenden Informationen entstammen z.T. diesem Buch.

Leider ist die Höhle durch häufige, teilweise unsensible Besucher vermüllt worden - mehrere Säuberungsaktionen von Höhlenvereinen, Bergwacht und Privatpersonen haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zig- Kilogramm an Unrat aus der Höhle geborgen. Aus aktuellem Anlaß daher an dieser Stelle mein Appell: Bitte Höhlen nur mit großer Rücksicht besuchen, keinen Müll hinerlassen, keine Souveniers mitnehmen, kein offenes Feuer verwenden, nicht im Winter besuchen (Fledermausschutz)!
 
Der Eingang der Schlüssellochhöhle liegt auf 1274 m Höhe, hinter einer künstlich angelegten Plattform befindet sich ein eher unscheinbarer Höhleneingang mit Öffnung nach Norden in einem grasigen felsdurchsetzten ca. 40 m hohem Steilhang.

Die damals vermessene Gesamttiefe lag bei 141 m, die Gesamtlänge der vermessenen Gänge bei ca. 1390 m. Die größte horizontale Ausdehnung 210 m, die maximale Überdeckung bei ca. 177m.
Durch weitere Befahrungen und Erforschungen bis heute, konnten einige, bislang undokumentierte Gänge und Schlote erschlossen werden, Informationen dazu finden sich u.A. in den Dokumentationen (Müchner Höhlengeschichte II von 2004) des Münchner Höhlenverein e.V. Im Jahr 1963 wurde der enge wasserführende Gang unterhalb des Schatzkammerls auf weitere 30 m verfolgt, die Gesamttiefe der Höhle wird seither mit 156 m angegeben. In den Jahren 1972 bis 1975 wurden dann der Höhlenplan mit "Neuland" im Stanglschlot, Hexenschlot, Dom im Riesenversturz, Hohe Kluft und Landregenhalle um weiter bislang undokumentierte Hohlräume erweitert.
click to enlarge Der Name der Höhle leitet sich nach dem zweiten Gangabschnitt im Eingangsbereich ab, dessen Form einem großen Schlüsselloch gleicht (Druckleitungsröhre mit Erosionsgerinne).

Die Höhle erstreckt sich im Lias-Dogger-Crinoidenkalk, sie bietet von den Laubensteinhöhlen die meisten Versinterungen und Tropfsteinschmuck. Die Bewetterung (Belüftung) erfolgt fast ausschließlich über die Eingangsröhre der Höhle, die Temparatur im tieferen Teil der Höhle liegt fast konstant bei 5,2 ° C.
click to enlarge Nach etwa 100 m beginnt ein Wasserlauf, der zunächst in den Oberen Kaskaden, einem Wasserfall, dann teilweise in tiefen ungangbaren Wasserrinnen und hinter der Bärenhall in den unteren Kaskaden bis in's Schatzkammerl stetig an Wassermenge zunimmt und schließlich in tieferen ungangbaren Spalten verschwindet - es wird vermutet, daß das Ponor bei der Laubensteinalm die Hydrologie der Schlüssellochhöhle mit beeinflußt.
Von 2000 bis 2003 wurden regelmäßige Markierungsarbeiten durchgeführt, bei denen Farbstoffkonzentrate in Ponoren und Höhlen am Laubenstein in die Zuflüsse eingebracht wurden. Mit diesen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden,
daß das Laubensteingebiet, wie bereits vermutet, über die Hammerbachquelle bei Hammer (Nähe Hohenaschau) entwässert wird (die Wasserlaufzeit Schlüssellochhöhle Hammerbachquelle beträgt ca. 50 bis 70 Minuten).
Die Wasserführung der Höhle ist in Trockenzeiten gering, Bei langen Regenperioden oder während eines Gewitters kann die Wassermenge rasch stark zunehmen, die Gefahr eines Wasserstaus konnte jedoch nicht beobachtet werden. Die Schlüssellochhöhle und die benachbarte Spielberghöhle waren Talabflußhöhlen und erhielten ihr Wasser durch Ponore.